Anbauplan für Gemüse – Platz effektiv nutzen und den Überblick behalten

Wer als Gemüse-Neuling einfach drauf losgartelt, kann mit etwas Anfängerglück eine beachtliche Ernte einbringen. Damit der Gemüseanbau aber auch auf lange Sicht von Erfolg gekrönt ist, sollte man einen Anbauplan erstellen. Welches Gemüse soll wo und wann angebaut werden, welche Sorten kann und soll man mischen und wie gestaltet man das Gemüsebeet so, dass man das ganze Jahr über ernten kann? Frischgebackene Hobbygärtner sehen sich einer Reihe von Fragen gegenüber, die sich am besten mit einem Anbauplan für das Gemüsebeet beantworten lassen. Einen solchen selbst zu erstellen mag anfangs zwar kompliziert aussehen, wer Schritt für Schritt vorgeht, kann das aber auch als Anfänger schaffen. Wichtig ist nur, den Anbauplan rechtzeitig zu erstellen, denn bei einigen Gemüsesorten beginnt die Vorbereitung für die spätere Aussaat bereits im Winter.

Gemüse selbst anbauen: Der ideale Standort für das Gemüsebeet

Der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zum Gemüse aus eigenem Anbau ist, den idealen Standort für das geplante Beet zu finden. Wie groß die Anbaufläche werden soll, hängt von den Gegebenheiten und dem persönlichen Bedarf ab. Wer einen Selbstversorgergarten für die ganze Familie plant, braucht mehr Platz, wer seinen persönlichen Speiseplan ab und an mit Gemüse und Salat aus eigenem Anbau bereichern möchte, kommt mit wesentlich weniger aus. Natürlich nimmt die Anbaufläche auch Platz in Anspruch. Wer sich durch den Gemüseanbau selbst versorgen möchte, sollte auch bereit sein, die entsprechende Fläche seines Gartens zu „opfern“. Wer das nicht möchte, der kann sich für die kleinere Variante eines Gemüsebeets entscheiden.

Der ideale Standort für den Gemüseanbau sollte einige Kriterien erfüllen, die Hobbygärtnern das Leben später erleichtern. Dazu gehört zum Beispiel, dass das Beet in der Nähe des Hauses und eines Wasseranschlusses bzw. eines Systems zum Sammeln von Regenwasser sein sollte. Die Wasserversorgung ist nämlich entscheidend für den Anbauerfolg. Wer viel anbaut, muss auch viel gießen. In den heißen Sommermonaten kann es zur echten Herausforderung werden, volle Gießkannen eine weite Strecke zu schleppen. Je geringer die Entfernung zur Wasserquelle, desto besser. Auch die Wasserkosten sollte man dabei im Blick behalten. Wer die Möglichkeit hat, Regenwasser zum Gießen zu nutzen, sollte das deshalb tun. Die einfachste Möglichkeit ist ein Regenwassersammler, der das ablaufende Wasser aus dem Regenrinnen-Fallrohr in eine Regentonne umleitet. Mit einer entsprechenden Tauchpumpe lässt sich das Wasser aus der Regentonne auch für Gartenschlauch und -brause nutzen. Das spart nicht nur Mühe, sondern auch wertvolle Zeit.

Ganz entscheidend für den Standort des Gemüsebeets ist natürlich auch dessen Ausrichtung und die Bodenqualität. Ein ebenes, windgeschütztes, sonniges Gelände in südlicher Ausrichtung und mit lockerem, durchlässigen und nährstoffreichen Boden bietet die besten Voraussetzungen für den erfolgreichen Gemüseanbau. Allerdings haben unterschiedliche Pflanzen auch unterschiedliche Bedürfnisse. Wer also zum Beispiel einen größtenteils schattigen Garten hat, kann trotzdem etwas anbauen. In diesem Fall sollte man die Auswahl der Sorten einfach darauf abstimmen.

Anbauplan für das Gemüsebeet: Die Auswahl der richtigen Sorten

Der nächste wichtige Schritt ist die Auswahl der Gemüsesorten. Das wichtigste Kriterium, das dabei erfüllt sein sollte, ist ganz einfach: Was schmeckt mir? Denn wer keinen Spinat mag, wird sich zwar freuen, wenn der Spinat gut wächst – er sollte aber am Ende auch geerntet und gegessen werden. Eine Liste der bevorzugten Gemüsesorten ist deshalb ein guter Anfang auf dem Weg zum Anbauplan für das Gemüsebeet. Auch was das Mengenverhältnis betrifft, sind persönliche Vorlieben ein guter Anhaltspunkt. Für den Anfang sind außerdem unkomplizierte und robuste Gemüsesorten vorteilhaft. Sie versprechen eine gute Ernte und sind so auch Balsam für die Gärtner-Seele. Dazu zählen unter anderem:

  • Salate (Pflücksalat, Feldsalat, Rucola, Romanasalat)
  • Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Basilikum, Minze, Rosmarin, Thymian, Oregano, Salbei)
  • Karotten
  • Spinat
  • Radieschen
  • Zuckerschoten
  • Bohnen
  • Zucchini
  • Gurken
  • Kohlrabi
  • Rhabarber
  • Mangold
  • Knoblauch
  • Rote Bete
  • Lauch
  • Topinambur
  • Kürbis
  • Zwiebeln
  • Kartoffeln

Diese Sorten verzeihen den einen oder anderen Fehler. Wer sich mit der Zeit sicherer fühlt, kann sich auch an anspruchsvolleren Sorten in seinem Gemüsebeet versuchen, wie zum Beispiel Auberginen, Brokkoli, Rosenkohl, Paprika oder auch Blumenkohl – vorausgesetzt, sie entsprechen dem persönlichen Geschmack. Die Königsdisziplin in dieser Hinsicht ist der Spargel. Er braucht nicht nur speziellen, am besten sandigen Boden, sondern lässt sich auch erst nach Jahren ernten. Beim Spargel-Anbau ist Geduld gefragt, denn erst ab dem dritten Standjahr gibt es eine nennenswerte Ernte. Wer alles richtig gemacht hat, wird dann aber reichlich belohnt: In den Monaten Mai und Juni wächst Spargel bis zu 15 Zentimeter pro Tag und kann deshalb täglich geerntet werden.

Gemüseanbau in Mischkultur planen: Wer, wo und mit wem?

Ein ganz entscheidender Punkt bei der Erstellung eines Anbauplans für das Gemüsebeet ist die Frage, wie man die einzelnen Sorten am besten anordnet. Bei einer Mischkultur wechseln sich die Gemüsesorten in den einzelnen Reihen ab. Einige Sorten profitieren nämlich voneinander, beispielsweise Zwiebeln und Karotten. Beide Gemüsesorten halten sich allein durch ihren Eigengeruch gegenseitig Schädlinge fern. Andere Sorten wiederum funktionieren überhaupt nicht zusammen und sollten deshalb räumlich getrennt angebaut werden. Erbsen zum Beispiel vertragen sich zwar mit Kohl, Rettich oder Salat, schlecht ist allerdings die Kombination mit jeglichen Zwiebel- und Lauchgewächsen, Tomaten oder Kartoffeln. Kürbis wiederum funktioniert sehr gut mit Bohnen oder Zwiebeln, vermeiden sollte man aber die Nähe zu Gurken oder Zucchini. Welche Sorten harmonieren und welche nicht, lässt sich anhand von praktischen Online-Tabellen oder einschlägiger Gartenliteratur leicht nachprüfen. Hat man die Liste der Sorten, die man anbauen möchte, erst einmal erstellt, lässt sich ganz einfach recherchieren, welche Paarungen man vermeiden sollte.

Jetzt ist der beste Zeitpunkt, um den Grundriss des Gemüsebeets einschließlich der Maße und der Einteilung auf ein Blatt Papier zu zeichnen. Der Einfachheit halber unterteilt man das Beet für den ersten Anbauplan in mehrere parallel verlaufende Beetreihen, zwischen denen jeweils ein schmaler Weg verläuft. Dabei sollte man bedenken, dass die einzelnen Beetreihen nicht breiter als 120 Zentimeter sein sollten. So sind sie beim Arbeiten, Pflanzen und Ernten von beiden Seiten noch gut erreichbar.

Wie viele Sorten und Pflanzen in einer Reihe Platz finden, hängt unter anderem vom individuellen Platzbedarf der einzelnen Sorten ab. Nach diesem Bedarf sollte man sich auch richten, denn andernfalls können die Pflanzen nicht optimal gedeihen und die Ernte fällt geringer aus. Je Zucchinipflanze sollte man beispielsweise einen Quadratmeter einplanen, damit sie gut wachsen kann und auch entsprechende viele Früchte trägt. Bei Lauch reicht ein Abstand von 15 Zentimetern zischen den einzelnen Pflanzen und etwa 30 Zentimetern zur nächsten Pflanzreihe. Der Platzbedarf für jede Sorte lässt sich einfach ermitteln. Mit diesen Kenntnissen zu Mischkultur und Platzbedarf können die einzelnen Gemüsesorten schon in den Anbauplan eingetragen werden.

Stark-, Mittel- und Schwachzehrer: Beim Anbauplan die Fruchtfolge beachten

Spätestens im zweiten Jahr des Gemüseanbaus sollte man darauf achten, welche von den angebauten Sorten Stark-, Mittel- oder Schwachzehrer sind. Wozu jedes einzelne Gemüse zählt, hängt vom Nährstoffbedarf ab. Kartoffeln, Kürbis, Kohl und Zucchini zum Beispiel sind Starkzehrer und haben einen hohen Nährstoffbedarf, Kräuter, Buschbohnen oder Zwiebeln hingegen sind Schwachzehrer. Zu den Mittelzehreren zählen Paprika, Gurken, Auberginen oder Mangold. Baut man Starkzehrer immer an derselben Stelle an, kann der Nährstoffbedarf irgendwann nicht mehr gedeckt werden und die Ernte fällt geringer aus, außerdem werden die Pflanzen anfälliger für Schädlinge. Idealerweise teilt man das Gemüsebeet deshalb in die drei Bereiche Stark-, Mittel- und Schwachzehrer auf, unterteilt die Sorten in die entsprechenden Gruppen und wechselt dann bei der Bepflanzung jedes Jahr ab, indem man einen Bereich weiterrückt. So ist die Nährstoffverteilung optimal und die Voraussetzungen für gesundes Gemüse und eine reiche Ernte gegeben. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann in den Bereich für die Starkzehrer vor der Bepflanzung auch eine Extraportion Kompost einarbeiten.

Auf das Timing kommt es an: Dank Anbauplan ganzjährig Gemüse ernten

Damit sich die Arbeit auch wirklich lohnt und es das ganze Jahr über etwas zu ernten gibt, sät man mehrfach aus. So unterteilt man Gemüse zum Beispiel in Vor-, Haupt- und Nachkulturen. Die Hauptkultur bleibt dabei im längsten im Beet, dazu zählen unter anderem Kartoffeln, Mais, Tomaten und Gurken. Vor- und Nachkulturen wachsen bedeutend schneller und werden geerntet, bevor die Hauptkultur angesät wird oder nach dem Ernten der Hauptkulturen in die Beete gesetzt. Die wenigsten Gemüsesorten beanspruchen nämlich ihren Platz im Beet die ganze Saison über. Wenn Sorten wie Tomaten oder Gurken erst im Mai oder Juni ins Beet gepflanzt werden, nutzt man die Zeit deshalb für eine schnellwachsende Vorkultur wie zum Beispiel Pflücksalat. Diesen Wechsel in den Anbauplan einzuarbeiten, ist zwar etwas knifflig, lässt sich aber mithilfe eines Aussaatkalenders gut bewerkstelligen und jedes Jahr erneut nutzen.

Was es beim Anbauplan für das Gemüsebeet noch zu beachten gilt

Ein entscheidender Faktor, damit die Gemüsekultur im heimischen Garten gelingt, ist hochwertiges, frisches Saatgut, das auch in der Anschaffung etwas höher im Preis sein kann. Wer selbst geerntete Samen säen möchte, sollte darauf achten, dass sie von alten Gemüsesorten stammen. Sicherer ist allerdings gekauftes Saatgut. Bei einigen Gemüsesorten besteht sogar die Gefahr einer Vergiftung, wenn man versucht, sie selbst zu züchten. Die in Zucchini und Kürbis enthaltenen Bitterstoffe zum Beispiel wurden gezielt herausgezüchtet. Gewinnt man aus ihnen eigenes Saatgut, ist es möglich, dass diese Stoffe in den Pflanzen wieder vorkommen. Werden die dann extrem bitter schmeckenden Früchte dann gegessen, kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen.

Um Anbaufläche und Zeit optimal nutzen zu können, erstellt man den Anbauplan für das Gemüse der kommenden Saison am besten bereits im Winter – und kauft dann auch das entsprechende Saatgut. So ist außerdem ausreichend Zeit für Vorkulturen, die später als Jungpflanzen ins Beet gesetzt werden. Altes Saatgut vom Vorjahr sollte am besten eine Keimprobe unterzogen werden. Dafür werden ein paar Samen auf einem Küchenpapier regelmäßig befeuchtet und für eine schnellere Keimung auf die Heizung gestellt. Tut sich nach zwei bis drei Wochen nichts oder nur wenig, lohnt es sich, in neues Saatgut zu investieren. Keimen aber innerhalb dieser Zeit mehr als 50 Prozent der getesteten Samen, sind diese noch gut und können benutzt werden.