Basilikum als gesunder Allrounder in der Küche und als Hausmittel - Auf die Dosierung kommt‘s an

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Seit Basilikum, auch Königskraut genannt, Einzug in die europäische Küche gefunden hat, geht fast nichts mehr ohne: Fleisch- und Fischgerichte, Pasta, Pizza, Risotto, Pesto, Brot, als Highlight auf dem belegten Brötchen und sogar als Geheimzutat im Spätzleteig – die saftigen, frischen Blätter der Basilikumpflanze bereichern durch ihren intensiven und einzigartigen scharf-süßen Geschmack verschiedenste Gerichte, nicht nur mediterrane. Denn neben dem großblättrigen Genoveser Basilikum, das hierzulande meistens als Küchenkraut genutzt wird, gibt es noch diverse andere Arten. Mehr als 60 verschiedene Basilikumarten sind mittlerweile bekannt, darunter auch das Thai-Basilikum, das Russische Strauchbasilikum, das Zitronen- oder auch das Zimtbasilikum. Aber die Geschmacksvielfalt ist nicht der einzige Grund, warum es seinen Weg in so gut wie alle Küchen der Welt gefunden hat: Auch als Heilkraut und gesundes Hausmittel wird Basilikum vielerorts geschätzt. Aber ist Basilikum tatsächlich gesund? Analysen zeigen, dass Basilikum tatsächlich Inhaltsstoffe und Eigenschaften besitzt, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken können.

Woher kommt Basilikum?

Auch wenn Basilikum heute als das mediterrane Gewürz schlechthin gilt, stammt es ursprünglich nicht aus dem Mittelmeerraum, sondern hat seine Wurzeln mutmaßlich in den tropischen Gefilden Indiens und Westasiens. In alten religiösen Schriften wird die Pflanze genau beschrieben und auch heute wird Basilikum in Indien noch für bestimmte Rituale verwendet. Noch vor Christus fand das Kraut, vermutlich im Gepäck von Soldaten, seinen Weg nach Südeuropa, denn hier wird Basilikum in den hippokratischen Schriften bereits als gesunde Heilpflanze erwähnt. Auch seinen heute gängigen Namen erhielt es dort: Die Bezeichnung Basilikum geht auf den altgriechischen Begriff „Basileus“ zurück, der König bedeutet, weshalb es hierzulande auch Königskraut genannt wird.

Wie gesund ist Basilikum?

Nicht nur die Griechen führten Basilikum schon in der Antike als Heilpflanze, auch in den Gärten vieler hinduistischer Tempel ist es traditionell zu finden. Die indische Heilkunst Ayurveda spricht Basilikum einen medizinischen Effekt bei verschiedenen Erkrankungen zu, beispielsweise bei Asthma, Atemwegsinfekten, Arthritis oder Depressionen. Und auch Hildegard von Bingen war von der gesunden Wirkung des Basilikums überzeugt. Sie empfahl es unter anderem bei Fieberinfekten, Erkrankungen des Darms oder der Augen oder auch bei Sprachstörungen. Dank verschiedener Analysen weiß man heute, dass die Pflanze tatsächlich Stoffe enthält, die eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben können. Basilikum ist unter anderem reich an:

  • Vitamin A
  • Beta Carotin
  • Vitamin K
  • Magnesium
  • Kalzium
  • Sekundären Pflanzenstoffen
  • Ätherischen Ölen

Gesund ist Basilikum allerdings vor allem dann, wenn man den Konsum nicht übertreibt – denn es enthält auch Stoffe, die in zu großen Mengen unter anderem die Schleimhäute reizen können. Und auch Schwangere sollten den Genuss von Basilikum nicht übertreiben, denn wie viele andere Gewürze und Kräuter kann auch Basilikum bei übermäßigem Verzehr frühzeitige Wehen auslösen. Vor einem angeblich krebsfördernden Effekt des Basilikums braucht man allerdings keine Angst zu haben: Die im Verdacht stehenden Stoffe Estragol und Eugenol, die in der Pflanze enthalten sind, kommen zum einen in relativ geringen Mengen vor, sodass man über einen sehr langen Zeitraum täglich Unmengen Basilikum verzehren müsste, um die kritische Menge zu überschreiten. Zum anderen wurde eine karzinogene Wirkung nur bei Mäusen nachgewiesen – nicht aber beim Menschen. Eugenol soll, gering dosiert, sogar einen positiven Effekt haben: Studien weisen nämlich darauf hin, dass Eugenol entzündungshemmend wirken kann.

Die gesundheitsfördernden Effekte von Basilikum

Sowohl die verschiedenen Vitamine und Mineralstoffe als auch die sekundären Pflanzenstoffe, auch Flavonoide genannt, und die ätherischen Öle können sich laut verschiedener wissenschaftlicher Studien positiv auf einzelne Aspekte der Gesundheit auszuwirken:

  • Vitamin A, Beta Carotin und Flavonoide sind als Antioxidantien bekannt und können als solche nicht nur helfen, freie Radikale zu neutralisieren, sondern auch bereits andauernde Entzündungen einzudämmen.
  • Basilikum enthält aber noch weitere entzündungshemmende Stoffe, wie zum Beispiel E-BCP (Beta-Caryophyllen). Es ist in mehreren Gewürzpflanzen enthalten, unter anderem auch in Rosmarin, Zimt, Oregano oder Pfeffer, und hat sich in verschiedenen Studien als vielversprechende Substanz bei Entzündungen, Osteoporose und sogar Arterienverkalkung gezeigt. Ähnlich wie Cannabis, nur ohne die berauschende Wirkung, soll Basilikum dank des E-BCP auch einen geringfügig schmerzlindernden Effekt haben.
  • Eugenol, das zweitweise im Verdacht stand, schädlich zu sein, kann ebenfalls Entzündungen lindern. Es wirkt wie ein schwacher COX-2-Hemmer, die oftmals als Antirheumatika eingesetzt werden, weil sie die Bildung derjenigen Botenstoffe hemmen, die Entzündungen fördern.
  • Dass Basilikum außerdem unterstützend bei der Abwehr von Infekten helfen kann, haben Studien ergeben, für die ätherische Öle mit sekundären Pflanzenstoffe des Basilikums kombiniert wurden. Dabei hat sich gezeigt, dass die Kombination unter anderem das Wachstum von Krankheitserregern wie Listerien, Yersinien, Escherichia coli oder der gefährlichen Staphylokokken-Spezies Staphylococcus aureus hemmen kann.
  • Die Paarung aus ätherischen Ölen und Flavonoiden ist offenbar auch dafür verantwortlich, dass Basilikum einen gesunden Cholesterinspiegel fördern und das Fortschreiten von Arteriosklerose verlangsamen kann.
  • Wer im Rahmen einer gesunden Ernährung Osteoporose vorbeugen möchte, kann ebenfalls zum Basilikum greifen. In diesem Fall sind allerdings nicht die sekundären Pflanzenstoffe, sondern eher der Gehalt an Kalzium und Vitamin K sowie das E-BCP für den positiven Effekt verantwortlich. Der hohe Gehalt an Vitamin K ist übrigens auch dafür verantwortlich, dass Personen, die Blutverdünner wie Marcumar einnehmen, sich bei Basilikum vorsichtshalber zurückhalten sollten, denn als fettlösliches Vitamin ist es am Blutgerinnungsprozess beteiligt und kann deshalb die Wirkung solcher Medikamente abschwächen.

Tipps zur gesunden Anwendung und Lagerung von Basilikum

Zwar kann man Basilikum, wie viele andere Küchenkräuter, ganz einfach trocknen, allerdings geht dabei ein Großteil des typischen Geschmacks verloren. Da es Basilikum aufgrund der hohen Nachfrage mittlerweile in jedem Supermarkt im Topf zu kaufen gibt, sollte man das frische Königskraut immer vorziehen, denn in den frischen Blättern sind die meisten Vitamine, Mineral- und Geschmacksstoffe enthalten. Anders als Petersilie, Schnittlauch, Minze oder Koriander, gibt es frisches Basilikum nur selten bereits geerntet zu kaufen. Die empfindlichen Blätter welken nämlich sehr schnell, wenn sie einmal abgezupft sind. Wer Basilikum im Topf kauft, sollte in jedem Fall auf Bio-Qualität achten. Viele Basilikum-Fans machen allerdings die Erfahrung, dass die vorgezogenen Pflanzen, die man überall kaufen kann, nach der ersten Ernte welken und eingehen. Abgesehen davon, dass Basilikum mit der richtigen Menge Wasser gedeiht, gibt es noch ein paar andere Dinge, die dabei helfen, das Leben der Pflanze deutlich zu verlängern:

  1. Basilikum im Topf nicht von oben gießen, sondern den Wurzelballen wässern. Bei großer Hitze sollte man die Pflanze täglich gießen, dabei sollte man Staunässe allerdings vermeiden. Lieber öfters gießen, dafür nicht ganz so viel.
  2. Topf-Basilikum ist in der Regel viel zu dicht bepflanzt. Das sieht zwar schöner aus, verringert aber die Lebenszeit ganz entscheidend. Wer ein Töpfchen kauft, sollte die Pflanze vorsichtigt teilen, sodass die Stengel und Wurzeln intakt bleiben, und in Kräutererde auf drei oder vier Pflanztöpfe verteilen.
  3. Basilikum-Töpfe können auch im Freien stehen und gedeihen dort meist sogar besser. Allerdings nur zwischen Mai und September, danach wird es dem Küchenkraut draußen zu kalt.
  4. Basilikum mag keine Mittagshitze, wer seine Pflanze auf dem Balkon oder Terrasse stehen hat, sollte deshalb darauf achten, dass sie eher Morgen- oder Abendsonne abbekommt.
  5. Beim Ernten – am besten mit einer Kräuterschere – sollte man immer so viele Blätter an der Pflanze belassen, dass sie noch gut wachsen kann. Idealerweise erntet man die älteren, großen Blätter. Sie schmecken nicht nur besonders intensiv, sondern nehmen den kleineren Trieben das Licht weg. Entfernt man sie, kann die Pflanze also sogar noch besser wachsen.

Damit die gesunden Stoffe im Basilikum ihre Wirkung entfalten können, ist es besonders wichtig, die Blätter erst kurz vor dem Verzehr zu ernten, nur kurz abzubrausen und dann gleich zu verarbeiten. Bei warmen Gerichten sollte man es vermeiden, das Basilikum lange mit zu kochen oder großer Hitze auszusetzen. Verwendet man das Gewürz in Form der frischen Blätter beispielsweise für Tomatensoße oder Pizza, gibt man diese erst in den letzten Minuten hinzu. So bleibt das Basilikum nicht nur aromatisch, sondern auch gesund.