Wie gesund ist scharfes Essen?

Wie gesund ist scharfes Essen?

Ein würziges Curry oder ein feurig scharfes Chili con Carne – für manch einen eine leckere Mahlzeit, für andere ein wahrer Albtraum. Doch was Schärfe-Liebhaber vielleicht nicht wissen: Es gibt Stoffe in scharfen Lebensmitteln und Gewürzen, die gesund sein können! Tatsächlich weisen einige dieser Stoffe antibakterielle und heilende Eigenschaften auf. Was scharfe Lebensmittel noch so alles können? Wir verraten es dir.


Verschiedene Scharfstoffe und ihre Wirkung

Scharfe Lebensmittel müssen natürlich etwas enthalten, was ihnen die Schärfe verleiht. Diese Stoffe sind sekundäre Pflanzenstoffe, man nennt sie Scharfstoffe. Die bekanntesten Scharfstoffe sind Capsaicin aus Chilischoten und Cayenne-Pfeffer, Curcumin aus Kurkuma und Piperin aus Pfeffer. Es gibt aber auch noch die weniger intensiven Scharfstoffe wie Gingerol und Shogaol, die in der Ingwerwurzel enthalten sind, oder Allicin aus Knoblauch und Zwiebeln. Du möchtest mehr erfahren? Die wichtigsten Scharfmacher präsentieren wir dir jetzt nochmal im Detail:


Capsaicin

Beginnend mit Capsaicin, dem wohl bekanntesten Scharfmacher, haben Forscher einige positive Eigenschaften in Verbindunggebracht. Es hilft nicht nur beim Abnehmen, sondern wirkt auch gegen Entzündungen. Ein besonderer Segen ist unser Capsaicin für die Leber: Es kann lebertoxische Stoffe abbauen, vor zukünftigen Belastungen schützen und bestimmten Lebererkrankungen vorbeugen. Auch bei Diabetikern kann der Scharfstoff durchaus helfen, da ihm insulinspiegelsenkende Eigenschaften nachgesagt werden. Zudem wirkt es durchblutungsfördernd und wird sogar im Bereich der Krebsforschung und für Behandlungen des Magen-Darm-Trakts angewendet. Das macht Capsaicin nicht nur zu einem vielseitig einsetzbaren Begleiter der Medizin, sondern auch zu einem wunderbaren Hausmittel, um den Körper zu schützen. Wer regelmäßig Essen mit Chilischoten oder Cayenne-Pfeffer isst, könnte vielerlei Bereiche des Körpers schützen.


Curcumin

Das in Kurkuma enthaltene Curcumin hat ebenfalls viele positive Effekte auf den menschlichen Organismus. Wie Capsaicin wird auch Curcumin bei Diabetes, entzündlichen Krankheiten und in der Krebsforschung eingesetzt. Zusätzlich fördert es die Fettverbrennung und Verdauung beim Essen, kann bei Allergien und Asthma helfen und eine positive Wirkung auf die Haut haben. Auch zur Behandlung von Gelenkschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten wird der scharfe Allrounder verwendet.


Piperin

Piperin ist ein weiterer sekundärer Pflanzenstoff, der sich in Pfeffer befindet. Einige wissenschaftlich nachgewiesene Effekte dieses Scharfstoffes sind unter anderem:

  • Antioxidative Wirkung, was bedeutet das freie Radikale, die den Körper angreifen, neutralisiert werden
  • Entzündungshemmende Wirkung
  • Verbesserung der Bioverfügbarkeit anderer Nährstoffe, weshalb es oftmals in Nahrungsergänzungsmitteln zu finden ist.

Gingerol

Gingerol, ein wichtiger Bestandteil der Ingwerwurzel, ist auch ein sehr gesunder Scharfstoff. Genau wie Piperin wirkt er antioxidativ und entzündungshemmend, besonders bei Erkältungen beruhigt er die Schleimhäute. Gingerol wirkt infektionsbekämpfend. Er kann die Ausbreitung von Krankheitserregern eindämmen und zum Beispiel Pilze oder Bakterien im Magen-Darm-Bereich verringern.


Allicin

Allicin, in größerer Menge in Knoblauch enthalten, wartet ebenfalls mit einer Vielzahl toller Eigenschaften auf und wird sogar als Antibiotika verwendet. Es wirkt u.a. entzündungshemmend und antioxidativ und ist nicht nur als Medikament sondern auch vorbeugend ist es als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Es besitzt antibakterielle Effekte, wirkt sogar gegen Bakterien mit mehrfachen Antibiotika-Resistenzen und kann gegen Viren und Pilze eingesetzt werden. Allicin ist sehr gut wasserlöslich wodurch es die Blut-Nerven-Wasserschranke überwinden kann, was es bei Infektionen des Nervensystems ein großer Vorteil im Vergleich zu herkömmlichen Antibiotika ist. Außerdem scheint Allicin die Fließeigenschaften des Blutes zu verbessern und somit bei Atherosklerose zu helfen. Es wird außerdem aufgrund seiner blutdruck- und cholesterinsenkenden Effekte untersucht.


Scharfe Speisen und Lebensmittel im Trend

Scharfe Speisen sind vielfältig und gesund! Es gibt einige bekannte Lebensmittel und Trend-Foods, die ihre ganz besonderen Zubereitungsarten haben und einige Überraschungen bereithalten!


Die Chilischote

Im wahrsten Sinn des Wortes ein Dauerbrenner: Unsere Chili. Die Schote ist ein extrem vielseitiges Paprikagewächs, das sich durch ihren hohen Schärfegrad von anderen Paprika-Arten unterscheidet. Er ist vielseitig einsetzbar und wird nicht nur in warmen Gerichten verwendet, sondern bringt auch Würze in die Welt der Süßspeisen oder Kaffee-Spezialitäten. Chilis werden mit einer Scoville Skala klassifiziert, die den Schärfegrad der Chili bestimmt. Die Skala geht von einer Peperoni mit 100-500 Scoville bis zu einem Chili namens Carolina Reaper mit 1.400.000 bis 2.200.00 Scoville, einer der schärfsten Chilis der Welt. Es gibt viele globale Challenges, bei denen sich Menschen einen Spaß daraus machen extrem scharfe Chilis zu essen. Dies sollte man sich lieber nicht abschauen, da diese Schärfegrade teilweise gesundheitsgefährdend sein können. Also lieber zu normalen Chilis greifen und diese zur leichten Würze verwenden! Denn auch bei moderat scharfen Chilis entfaltet sich schon die gesamte Wirkung des heilenden Capsaicin-Stoffes.


Kurkuma Latte, die Goldene Milch

Ein Trend-Getränk, das den Scharfstoff Curcumin enthält, ist der Kurkuma Latte oder auch Goldene Milch genannt. Er enthält, wie der Name schon sagt, Kurkuma und somit auch Curcumin. Dadurch ist er äußerst gesund und unterstützt die Gesundheit. Ursprünglich stammt die Golden Milk aus Südasien. Hier hat sie einen festen Platz in der ayurvedischen Küche. In der Ayurveda-Lehre, eine 5.000 Jahre alte indische Medizin, gilt Kurkuma Latte als Heilgetränk. Es wird aus heißer Milch und frischer Kurkuma sowie weiteren Zutaten wie Ingwer, Honig und Zimt zubereitet. Du willst auch von der goldenen Milch probieren? Ein genaueres Rezept findet du hier:


Zutaten für 250 Milliliter Golden Milk

  • 1 daumengroßes Stück frischer Kurkuma
  • 1 Scheibe frischer Ingwer
  • 250 ml Kuhmilch oder Pflanzenmilch
  • Optional: Schwarzer Pfeffer, Zimt, Muskatnuss, Kardamom, Öl, Honig oder Agavendicksaft

Tipp: Da das in Kurkuma enthaltene Curcumin nicht wasserlöslich ist, empfiehlt es sich, der heißen Milch ein Pflanzenfett beizumischen. In dieser Kombination kann der Körper den wertvollen Inhaltsstoff besser aufnehmen.


Zubereitung der Goldenen Milch

  1. Milch in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze erwärmen.
  2. Kurkuma und Ingwer fein reiben oder im Stück in die Flüssigkeit rühren. Beim Reiben sollte man Handschuhe tragen, da Kurkuma stark abfärbt.
  3. Kokosöl und die übrigen Gewürze hinzufügen und gut umrühren.
  4. Langsam erhitzen, aber nicht über 40 Grad Celsius, damit die gesundheitsförderliche Wirkung erhalten bleibt.
  5. Topf vom Herd nehmen, die Milch durch ein Sieb in eine Tasse füllen, optional mit Honig oder Agavendicksaft süßen und warm genießen.

Ingwershots

Auch extrem im Trend sind Ingwershots! Das sind sehr kleine Mengen – etwa ein Schnapsglas voll, daher der Name - mit hochkonzentriertem Ingwersaft, welchem oft noch andere Zutaten beigemischt werden. Viele Menschen schwören auf diesen Drink als morgendliches Ritual. Es soll das Immunsystem schützen, den Stoffwechsel anregen und macht zusätzlich sofort wach. Alles was man für die kleinen Shots braucht, ist ein Mixer und ein Stück geschälten Ingwer. Wer möchte kann noch Kurkuma, schwarzen Pfeffer oder andere gesunde Gewürze hinzufügen! Die kleinen Shots gibt es übrigens auch im Supermarkt schon trinkfertig zu kaufen.


Was lindert bei Schärfe?

Scharfes Essen ist zwar gesund, jedoch löst es ein ziemliches Brennen im Mund aus. Wenn man es mit der Liebe zu der Schärfe übertrieben haben sollte, können bestimmte Dinge zur Linderung angewendet werden: Crème fraîche, ein Schuss Kokosmilch oder Sahne schaffen hier Abhilfe. Es gibt auch Tricks, die die Schärfe vor dem Servieren lindern. Hast du zum Beispiel zu viel Chilipulver oder Ingwer in dein Essen gegeben, kannst du durch das Hinzugeben von ein wenig Honig oder braunen Zucker dein Gericht noch retten. Oder du gibst eine Scheibe altes Brot oder Brotrinden ins Essen, das saugt die Schärfe auf. Diese kannst und solltest du vor dem Servieren natürlich wieder entfernen. Wenn du akut unter Brennen von Schärfe leidest, hilft es Milch zu trinken oder andere Milchprodukte mit hohem Fettanteil zu dir zu nehmen. Das liegt daran, dass Capsaicin und andere Scharfstoffe fettlöslich sind. Deswegen sollte man auch auf keine Fall Wasser trinken. Das Capsaicin löst sich nämlich nicht auf, sondern verteilt sich noch weiter auf Stellen im Mund, die noch nicht betroffen waren. Auch eine Scheibe Brot hilft bei Schärfe, da die Scharfstoffe so aufgesogen werden. Unser köstlicher Geheimtipp: Iss eine leckere Scheibe Brot mit Frischkäse oder Mascarpone um das Brennen zu lindern!


Worauf man bei scharfer Ernährungsweise achten sollte

Scharfstoffe haben viele großartige Eigenschaften! Einige davon werden sogar in der Krebsforschung eingesetzt. Grundsätzlich kann man scharfes Essen ohne Bedenken zu sich nehmen, da die heilende Wirkung absolut überwiegt. Aufpassen sollte man nur, wenn man einen sehr empfindlichen Magen hat, da die Stoffe bei manchen Personen den Magen reizen können. Auch Kleinkinder oder insgesamt empfindliche Personen, sollten nicht zu oft extrem scharfes Essen zu sich nehmen. Also: Scharfes Essen lieber in Maßen und nicht in Massen genießen!